Geoinformatik-Weiterbildung für die Praxis

UNIGIS professional vermittelt praxisorientierte Kenntnisse zu GIS und richtet sich an alle, die möglichst schnell einen umfassenden Einblick in die Methodik und den Einsatz von Geoinformatik benötigen. Der Universitätslehrgang wird als akkreditiertes, berufsbegleitendes Fernstudium angeboten und führt zu dem Zertifikat „Akademische/r GeoinformatikerIn”. Maximale zeitliche Flexibilität bei einer Gesamtdauer von 12-18 Monaten sichert die Vereinbarkeit mit Beruf und Familie.

Zielgruppe

Geoinformatik wird für all jene Aufgaben und Fragestellungen eingesetzt, in denen räumliche Aspekte eine wesentliche Rolle spielen. Als Querschnittstechnologie leistet GIS dabei unverzichtbare Dienste in einer Vielzahl von Fachdisziplinen - von "A" wie Archäologie bis "Z" wie Zoologie. Der Studiengang eignet sich für NeueinsteigerInnen ebenso wie für bestehende AnwenderInnen, die an der Vertiefung von Kenntnissen und einem breiteren Blickwinkel interessiert sind.

Akademischer Abschluss

Abschlusszertifikat der Universität Salzburg. AbsolventInnen sind berechtigt die Berufsbezeichnung “Akademische/r Geoinformatiker/in” zu führen.


Starttermine

3 mal pro Jahr


Dauer

12 Monate, spätest möglicher Abschluss nach 18 Monaten. Wöchentliche Arbeitsbelastung ca. 12 Stunden (je nach Vorkenntnissen)


Anwesenheit vor Ort

Mit Ausnahme eines einführenden Workshops in Salzburg (Fr/Sa) ist keinerlei Anwesenheit erforderlich.


Kosten

Der Lehrgangsbeitrag beträgt € 5.400,-

Studieninhalte

Als Universität legen wir Wert auf ein konzeptionelles Verständnis und dessen Übertragbarkeit auf unterschiedliche Softwarearchitekturen.  Gleichzeitig achten wir darauf, Konzepte und Technologien “auf den Boden” zu bringen. Dazu arbeiten wir mit aktuellster GIS Software (ArcGIS Produktfamilie, QGIS, FME, Leaflet, etc.) und Beispielen aus der Praxis. Auf diese Weise erhalten Sie den Blick über den Tellerrand spezifischer Software(releases) und erwerben die nötigen praktischen Fertigkeiten, um GIS-Projekte eigenständig zu konzipieren und durchzuführen.

Der Studiengang setzt sich aus sieben Kernmodulen (á 6 ECTS), sowie einem Wahlpflichtfach (18 ECTS) zusammen. Dies entspricht einem Gesamtumfang von 60 ECTS.

Struktur und Inhalte von UNIGIS professional

Dieses einführende Modul nimmt als erster Studienbaustein im Vergleich zu den darauf folgenden Studieninhalten eine Sonderstellung ein. Es soll vor allem Orientierung schaffen und die Arbeitsumgebung für die folgenden Module aufbereiten.Studierende werden dazu angeleitet, ihren persönlichen Arbeitsstil im Umgang mit den digitalen Studienmaterialien zu entwickeln. Neben diesen studienbezogenen Zielen werden folgende fachliche Inhalte geboten:

‐ Begriffswelt und funktionale Charakteristika Geographischer Informationssysteme
‐ Typische Anwendung Geographischer Informationsverarbeitung
‐ Aktuelle Trends in der Geoinformatik
‐ Übersicht zu weiterführenden Informationsressourcen zu GIS im Sinne lebenslangen Lernens
‐ Praktische Einarbeitung ein eine professionelle Software
‐ Sicherer Umgang mit Koordinatensystemen und Projektionen in der praktischen GIS-Arbeit

Dieses Modul vermittelt einen profunden Überblick über gängige Datenstrukturen und -modelle Geographischer Informationssysteme. Es geht der zentralen Frage nach, wie die reale Welt um uns in all ihrer Komplexität eindeutig und verständlich in Datenmodellen und -strukturen abgebildet werden kann.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
– Grundlagen einer formalen Beschreibung räumlicher Phänomene und Beziehungen
‐ Modellierung räumlicher Information
‐ Raummodelle – Datenmodelle – Datenstrukturen
‐ Vektor – Modell
‐ Zelleinteilungs-Modelle (Raster)
‐ Repräsentation räumlicher Kontinua
‐ Objektorientierte Datenmodelle
‐ Interoperabilität, OGC und Standardisierung
‐ WMS, WFS, WCS und OGC-CS
‐ Standards (GML) und quasi Standards (GeoJSON) zur Strukturierung und Übermittlung räumlicher Daten
‐ Begleitende Einarbeitung in eine weitere professionelle GI-Software

Das dritte Modul wendet sich den praxisorientierten Aspekten des ‘Auffüllens’ von Datenstrukturen mit realer Information zu. Dabei schafft es eine Übersicht über die Vielfalt primärer und sekundärer Erfassungsmethoden von Geodaten mit dem Ziel Einblick in die Genese und damit verbunden die Nutzbarkeit räumlicher Daten für spezifische Einsatzszenarien zu erhalten. Einen wesentlichen Teil nehmen der Zugriff auf und die Nennung von wichtigen digitalen Ressourcen ein sowie die Inwertsetzung von Geoinformation durch standardkonforme Dokumentation. Auch das Management von GI-Projekten wird thematisiert.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
‐ Identifikation erforderlicher Datengrundlagen aus der Anwendungs- und Nutzerperspektive
‐ Datenqualität und Kosten von Geodaten
‐ Vermessung
‐ Globale Navigations-Satelliten-Systeme
‐ Photogrammetrie
‐ LiDAR
‐ Optische Sensoren und Radar
‐ Fernerkundungsplattformen (Satellit, Flugzeug, UAV)
‐ sekundäre Erfassungsmethoden: Digitalisieren, Scannen, Vektorisieren
‐ Adressdaten und Geokodierung
‐ Datenzugriff, Schnittstellen und Formate
‐ Metadaten, Metadatenstandards
‐ GDI, Datenkataloge, INSPIRE
‐ weltweite und nationale Geodatenquellen, Open Government Data
‐ Projektmanagement

In diesem Modul werden die konzeptionellen Grundlagen von konventionellen Datenbanksystemen unter Bezugnahme auf praktische Beispiele erarbeitet,
um im Anschluss auf Geo-Datenbanksysteme zu übertragen.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
‐ Architektur von Datenbankmanagementsystemen
‐ Datenbankdesign und Dokumentation
‐ Relationale Datenmodellierung
‐ Normalisierung
‐ Solide Grundlagen von SQL als universelles Sprachmittel zur Datendefinition, Datenkontrolle und Datenmanipulation
‐ Praktische Arbeit mit einem SQL-Frontend
‐ Begriffserklärungen und Spezifika von GeoDBMS
‐ Räumliche Modelle in DBMS
‐ Spatial-SQL Operationen nach OGC

Da fast jeder der mit Geoinformatik zu tun hat, auch aktiv Karten gestaltet, sind Kenntnisse zur visuellen Kommunikation räumlicher Sachverhalte unerlässlich.
Dieses Modul möchte dazu beitragen, dass Fachleute aus verschiedenen Bereichen besser mit dieser speziellen Form der Informationsaufbereitung umgehen und sich die Vorteile (karto-) graphischer Datenaufbereitung für ihre jeweiligen Aufgaben zu Nutze machen können.

Spezifische Modulinhalte die sowohl im Kontext konventioneller wie auch digitaler Publikationsformen (Webmapping, Mobile Mapping) behandelt werden, sind:
‐ kartographische Anwendungsfelder
‐ kartographischer Entwurfsprozess
‐ Generalisierung und Klassifikation
‐ Gestaltwahrnehmung und Visuelle Variablen
‐ Farbmodelle und Farbverwendung (u.a. Berücksichtigung von Farbsehschwäche)
‐ Signaturenentwicklung und Interaktion
‐ Typographie und Schrift auf Karten
‐ Kartogramme, Diagramme, Kartodiagramme
‐ Kartengestaltung und Layout
‐ Reproduktion, digitale Endgeräte und Ausgabeformate
‐ 2.5D/3D-Visualisierung
‐ Web-Mapping Technologien und APIs
‐ Dynamische Visualisierung

Dieses Modul dient der Einführung in die GIS-Programmierung. Um unterschiedlichen Technologien und Softwarearchitekturen einerseits und den unterschiedlichen beruflichen Kontexten und daraus resultierenden praktischen Erfordernissen der Studierenden Rechnung zu tragen, erlaubt es die Wahl
einer von mehreren Lehrveranstaltungen, die zu diesem Thema angeboten werden. Entsprechend der Wahl der verwendeten Technologie und Plattform
variieren die spezifischen Modulinhalte.

Eine der folgenden Lehrveranstaltungen ist zu absolvieren:
– Application Development Basics sowie JavaScript (3+3 ECTS)
– Geoprozessierung mit Python (6 ECTS)

Räumliche Analysemethoden sind ein zentrales Alleinstellungsmerkmal Geographischer Informationssysteme. Dieses Kerngebiet der Geoinformatik zielt auf eine Übersetzung von Domänenproblemen auf Basis einer konzeptionellen Strukturierung hin zu analytischen Methoden und Werkzeugen der Geoinformatik ab. Dieses Modul führt in die wesentlichen Methoden und Techniken der geographischen Analyse ein.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
‐ Wissen um Ansatz und Motivation räumlicher Analyse.
‐ Grafische Modellierung als praxisorientierte Methodik zur Konzeption und Dokumentation von Analyseprozessen
‐ Map Algebra als Ordnungsschema, entsprechende Operatoren
‐ Räumliche Selektion und Aggregation, Regionalisierung.
‐ Aggregatdaten, MAUP und ökologischer Fehlschluss.
‐ Distanzskalen und -metriken, Anwendungen distanzbasierter Methoden
‐ Kostenoberflächen in Flächentransport- und Ausbreitungsanalysen
‐ Räumliche Interpolation (deterministisch, geostatistisch)
‐ Multithematische Integration (Verschneidung, Bewertung, MultikriterienVerfahren)
‐ Entscheidungsunterstützung zur Standortoptimierung
‐ Routenoptimierung und Allokation in Netzwerken
‐ Geländeanalyse (Neigung, Exposition, Einstrahlung, Sichtbarkeit, hydrologischer Abfluss)

Vertiefung Ihres Wissens in Spezialfächern und Einarbeitung in spezielle Themenbereiche. Insgesamt müssen während des Studiums 18 ECTS im Studienplanpunkt „Wahlpflichtfach“ absolviert werden.

UNIGIS bietet für die Belegung des Wahlpflichtfachs eine Auswahl an optionalen Modulen an. Es können jedoch auch alternative Formen wie die Umsetzung eines GIS Projektes und dessen Dokumentation im Rahmen einer Projektarbeit gewählt werden. Zudem ist es möglich, persönliche Schwerpunkte zu setzen und diese als „benanntes Wahlpflichtfach“ im Abschlusszertifikat zu vermerken.

Noch detailliertere Information finden Sie im Studienplan (Offizielles Dokument der Universität Salzburg). Einen Blick in unsere Studienmaterialien erlaubt das UNIGIS Minimodul auf unserer Startseite.

Nächster Start:

31. Jänner 2020

Einführungsworkshop: 7.-8. Februar 2020 in Salzburg