Umgang mit generativer KI im UNIGIS-Studium

Generative Künstliche Intelligenz (KI) Systeme bieten für Studium und Lehre vielfältige Potenziale, aber auch neue Herausforderungen. Wichtige Fragen rund um Studium und der Verwendung generativer KI sollen Ihnen auf dieser Webseite beantwortet werden. Werfen Sie auch unbedingt einen Blick in unseren Leitfaden zum Umgang mit generativer KI.

Uns ist wichtig, dass Sie trotz oder eben mit generativen KI Systemen Ihre Lernprozesse eigenverantwortlich lenken und sich einen Lernzuwachs sichern können. Letztendlich muss der intellektuelle Prozess und die Verantwortung über die produzierten Inhalte immer beim Menschen bleiben, und darf nicht an eine Maschine ausgelagert werden. Der Entscheidungsbaum von Aleksandr Tiulkanov hilft dabei:

Basiert auf Aleksandr Tiulkanov (2023): Is it safe to use ChatGPT for your task? Online verfügbar (© https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de)

Was genau ist generative künstliche Intelligenz?

Generative künstliche Intelligenz (KI) ist eine Art von KI, die in der Lage ist, Inhalte wie Texte, Bilder, Videos, Audios oder Softwarecode zu erstellen. Sie stützt sich auf anspruchsvolle Deep-Learning-Modelle, die mithilfe riesiger Datenmengen in einem sogenannten "self-supervised" Ansatz trainiert werden. Muster und Beziehungen werden dabei selbstständig identifiziert und kodiert. In einem zweiten Schritt, der Inferenz-Phase, werden diese Informationen verwendet, um auf einen Prompt hin Inhalte zu generieren, die den erlernten Mustern und Beziehungen ähneln.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Hier finden Sie Fragen und Antworten zum Thema, die neben dem Leitfaden zum Umgang mit generativer KI eine erste Orientierung für den Einsatz von Systemen generativer KI im UNIGIS-Studium bieten. Bitte beachten Sie, dass sich die verfügbaren Systeme kontinuierlich weiterentwickeln und die Situation derzeit recht dynamisch ist. Es ist daher durchaus möglich, dass auch dieser Leitfaden angepasst werden muss. Schauen Sie gerne wieder hier vorbei, bleiben Sie kritisch und nutzen Sie mehr denn je Ihren Hausverstand.

Stand: 05.06.2025

Sofern die Nutzung von generativen KI-Systemen im UNIGIS Studium von der/dem Lehrbeauftragten nicht dezidiert untersagt wird, unterliegt ihr Einsatz in den Modulen grundsätzlich Ihrem eigenen verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technologie. Wurde generative KI verwendet, so ist dies jedenfalls zu kennzeichnen (siehe Abschnitt „Wie gebe ich die Verwendung von generativer KI in Aufgabeneinsendungen richtig an?”).

Die Nutzung von generativer KI in Masterarbeiten wird separat behandelt (siehe dazu “Darf generative KI in der Masterarbeit verwendet werden?”).

Gut eignet sich generative KI für die Begleitung beim Einstieg in ein neues Thema, zur Verschaffung eines ersten Überblicks über relevante Aspekte, oder eine initiale Ideengebung. Je tiefer und spezifischer eine Fragestellung ist, desto problematischer ist der generierende Prozessschritt („Inferenzphase“), in dem aus einzelnen Komponenten der trainierten Grundgesamtheit ein neues Produkt (Text, Bild, etc.) kombiniert wird. Je besser Sie das Themenfeld bereits durchdrungen haben, desto eher werden Sie über die Kompetenz verfügen, die Validität der Ergebnisse realistisch einzuschätzen.

Aber bedenken Sie: Immer, wenn Sie die Ergebnisse nicht im vollen Umfang verstehen bzw. die Korrektheit nicht mit Sicherheit einschätzen können, ist die generative KI kein geeignetes Werkzeug.

Der Einsatz generativer KI-Tools zur Erstellung von Texten, Abbildungen oder Code sowie zur Textüberarbeitung in Form eines Lektorats oder zur Stilverbesserung ist in Masterarbeiten streng reglementiert. Bitte lesen Sie sich dazu den Leitfaden genau durch und wenden Sie sich bei Fragen an Ihre Masterarbeitsbetreuerin bzw. Ihren Masterarbeitsbetreuer.

Wenn Sie generative KI-Tools (z.B. ChatGPT, Copilot, Gemini) zur Bearbeitung einer Aufgabe verwenden, müssen Sie dies transparent kenntlich machen. Es gelten folgende Regeln:

1. Deklarationspflicht
Am Ende der Arbeit ist eine „Deklaration zur Nutzung generativer KI“ einzufügen. Diese muss enthalten:
• die verwendete Software, einschließlich der Versionsnummer und Datum (sofern bekannt)
• eine klare Angabe, welche Textabschnitte oder Arbeitsschritte durch die generative KI unterstützt, beeinflusst oder erstellt wurden

Beispiel:
Deklaration zur Nutzung generativer KI:
In der Erarbeitung der Aufgabenlösung nutzte die Autorin Claude.ai (Claude Sonnet v4 von Anthropic), um zu einem besseren Verständnis des Konzepts des „Travelling Salesman Problems (TSP)“ zu gelangen, sowie um beispielhafte Anwendungen nachvollziehen zu können. Die Implementierung des TSP auf den in der Aufgabe formulierten Anwendungsfall erfolgte selbständig. Die Autorin übernimmt die volle Verantwortung für den Inhalt dieser Arbeit.

2. Zitationspflicht
Wenn KI-generierte Inhalte direkt oder leicht angepasst übernommen werden (z.B. Texte, Bilder), muss zusätzlich eine MLA-Zitation erfolgen.

Beispiel:
“Welches Hotel liegt am nächsten zum Techno_Z in Salzburg?” prompt. ChatGPT, Version GPT-4.5, OpenAI, 26. Mai 2025, chatgpt.com.

3. Besonderheiten bei Programmieraufgaben
Neben dem Hinweis auf die Nutzung in der Deklaration muss auch im Code der Einsatz generativer KI kommentiert werden. Dabei sind alle nicht vollständig eigenständig erstellten oder nur leicht angepassten Codeabschnitte zu kennzeichnen.

Beispiel eines solchen Kommentares im Python-Script:
# Dieser Codeabschnitt wurde mit Unterstützung von ChatGPT (GPT-4.5, Mai 2025) generiert.
# Eingabe: “Write a Python script to convert WGS84 coordinates to UTM”
# Ausgabe teilweise übernommen und angepasst.

Wichtig: Sie tragen stets die volle Verantwortung für die Inhalte Ihrer Arbeit.

Das ungekennzeichnete Verwenden von KI-generierten Inhalten wird als wissenschaftliches Fehlverhalten gewertet, ähnlich einem Plagiat, und kann zu einer negativen Note oder sogar, im schlimmsten Fall, zum Ausschluss aus dem Studium führen.

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