Geoinformatik Studium auf Masterniveau

UNIGIS MSc ist ein Fernstudium der Universität Salzburg, das Kenntnisse zur Geoinformatik in Theorie und Praxis vermittelt. Der Abschluss mit dem akademischen Grad Master of Science (MSc) qualifiziert Sie zur Leitung von GIS Projekten, Arbeitsgruppen und Abteilungen im breiten GIS und Geoinformatik Umfeld. Das begleitete Fernstudium gewährleistet zeitliche Flexibilität sowie räumliche Unabhängigkeit bei gleichzeitiger optionaler Möglichkeit verschiedenste GIS Veranstaltungen am Universitätsstandort Salzburg zu besuchen (AGIT, UNIGIS Summer und Winter Schools etc.).

Zielgruppe

Personen, die ein Geoinformatik Studium möglichst unabhängig und selbstbestimmt in Form eines begleiteten Online Studiums absolvieren möchten.

Akademischer Grad

Master of Science (MSc)


Starttermine

1 mal pro Jahr

Dauer

Regelstudienzeit 24 Monate bei einer wöchentlichen Arbeitsbelastung von ca. 12 – 15 Stunden (je nach Vorkenntnissen), bei Bedarf ist eine kostenlose Verlängerung um weitere 12 Monate möglich


Anwesenheit vor Ort

Im Verlauf des Studiums sind lediglich 3 Workshops im Umfang von je 2 vollen Tagen am Standort Salzburg zu absolvieren.


Kosten

Der Lehrgangsbeitrag beträgt € 9.800,- bzw. bei Zahlung in 2 Raten € 5.200,- je Studienjahr

Studieninhalte

Das Bologna-konforme Masterstudium umfasst insgesamt 120 ECTS:

  • neun Kernmodulen (á 6 ECTS),
  • Wahlpflichtfach “Angewandte Geoinformatik” (24 ECTS),
  • der Studienphase „Studienbegleitung und wissenschaftliches Arbeiten” (12 ECTS) und einer
  • Master Thesis (30 ECTS).

Diese Gliederung zielt darauf ab Grundkompetenzen anhand aktueller GI-Technologie (ArcGIS Produktfamilie, QGIS, FME, Leaflet, etc.) zu vermitteln (Kernmodule), Freiraum für spezifische Interessen zu ermöglichen (Wahlfächer aus 15+ optionalen Kursen) sowie eine persönliche Betreuung zu gewährleisten (Studienbegleitung).

In der abschließenden Master Thesis können eigene Ideen oder berufliche Projekte im Geoinformatikumfeld verwirklicht werden. Davon abgesehen bietet der universitäre Standort in Salzburg ein umfangreiches Portfolio an Forschungsprojekten, die zum Mitwirken einladen.

Struktur und Inhalte von UNIGIS MSc

Dieses einführende Modul nimmt als erster Studienbaustein im Vergleich zu den darauf folgenden Studieninhalten eine Sonderstellung ein. Es soll vor allem Orientierung schaffen und die Arbeitsumgebung für die folgenden Module aufbereiten und dazu angeleitet, den persönlichen Arbeitsstil im Umgang mit den digitalen Studienmaterialien zu entwickeln. Neben diesen studienbezogenen Zielen werden folgende fachliche Inhalte geboten:

‐ Begriffswelt und funktionale Charakteristika Geographischer Informationssysteme
‐ Typische Anwendung Geographischer Informationsverarbeitung
‐ Aktuelle Trends in der Geoinformatik
‐ Übersicht zu weiterführenden Informationsressourcen zu GIS im Sinne lebenslangen Lernens
‐ Praktische Einarbeitung ein eine professionelle Software
‐ Sicherer Umgang mit Koordinatensystemen und Projektionen in der praktischen GIS-Arbeit

Dieses Modul vermittelt einen profunden Überblick über gängige Datenstrukturen und -modelle Geographischer Informationssysteme. Es geht der zentralen Frage nach, wie die reale Welt um uns in all ihrer Komplexität eindeutig und verständlich in Datenmodellen und -strukturen abgebildet werden kann.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
‐ Modellierung räumlicher Information
‐ Raummodelle – Datenmodelle – Datenstrukturen
‐ Vektor – Modell
‐ Zelleinteilungs-Modelle (Raster)
‐ Repräsentation von Oberflächen
‐ Mehrdimensionale räumliche Datenmodelle
‐ Objektorientierte Datenmodelle
‐ Datenmodellierung mit UML
‐ Einführung in Kennzeichnungssprachen (XML, GML)

Das dritte Modul wendet sich den Aspekten des ‘Auffüllens’ von Datenstrukturen mit realer Information zu. Dabei schafft es eine Übersicht über die Vielfalt primärer und sekundärer Erfassungsmethoden von Geodaten mit dem Ziel Einblick in die Genese und damit verbunden die Nutzbarkeit räumlicher Daten für spezifische Einsatzszenarien zu erhalten. Einen wesentlichen Teil nehmen der Zugriff auf und die Nennung von wichtigen digitalen Ressourcen ein sowie die Inwertsetzung von Geoinformation durch standardkonforme Dokumentation. Auch das Management von GI-Projekten wird thematisiert.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
‐ Identifikation erforderlicher Datengrundlagen aus der Anwendungs- und Nutzerperspektive
‐ Nationale und weltweite Geodatenquellen, Open Government Data, Geodateninfrastrukturen, Datenkataloge, INSPIRE
‐ primäre Erfassungsmethoden: Vermessung, Photogrammetrie, Laserscanning, GPS, Fernerkundung
‐ sekundäre Erfassungsmethoden: Digitalisieren, Scannen, Vektorisieren
‐ Raster-Vektor Konversion, Konversionsstrategien
‐ Daten mit indirektem Lagebezug, Geokodierung
‐ Datentransfer: Normen und Standards, Geodatenquellen, Formattransformationen
‐ Metadaten, Metadatenstandards
‐ Datenqualität und Kosten
‐ Rechtliche Aspekte, copyright und offene Lizenzen von Geodaten

Der Erfolg des Einsatzes von Geographischen Informationssystemen ist in der Praxis nicht unwesentlich mit Projekten zur Einführung, Erweiterungen oder Anwendung von GI-Lösungen verbunden. Deshalb ist ein fundiertes Grundlagenwissen auf dem Gebiet von Projektmanagement und Organisation eine zunehmend bedeutende Kompetenz von GI-Experten. Dieses Modul behandelt die Grundlagen und Methoden modernen Projektmanagements.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
‐ Projektdefinition und Organisation
‐ Projektplanung (Ziele, Termine, Projektphasen, Organisationsstrukturen)
‐ Projektframework (Logical Framework Approach)
‐ Projektcontrolling
‐ Qualitäts- und Innovationsmanagement
‐ GIS in Organisationen (Planung, Beschaffung, Betrieb) mit konventionellen und räumlichen SQL-Frontends

In diesem Modul werden die theoretischen Grundlagen von konventionellen Datenbanksystemen erarbeitet, um diese im Anschluss auf Geo-Datenbanksysteme zu übertragen.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
‐ Architektur von Datenbankmanagementsystemen
‐ Relationale Datenmodellierung
‐ Normalisierung
‐ Solide Grundlagen der Anfragesprache SQL als universelles Sprachmittel zur Manipulation von Daten und -Strukturen und deren Analyse
‐ Begriffserklärungen rund um Geodatenbanksysteme
‐ Räumliche Modelle in DBMS
‐ Räumliche Indizierung

Räumliche Dateninfrastrukturen umfassen Technologie, Standards, Richtlinien und rechtliche Aspekte sowie die Ressource Mensch. Dieses Modul führt in die wichtigsten Standards des Open Geospatial Consortium (OGC) ein und zeigt auf, wie diese im Zusammenhang mit Geodateninfrastrukturen eingesetzt werden können, um Dateninteroperabilität zu gewährleisten.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
‐ Spezifische Fragestellungen der Interoperabilität
‐ Übersicht über Standards, OpenGIS und verteilte Architekturen
‐ Konzepte, Modelle und Schnittstellen aus der OpenGIS-Welt (zB.: XML, GML, Web Map Service, Web Feature Service, Metadaten und Catalog Services)
‐ Konzeption strategischer Geoinformations-Projekte
‐ Geodateninfrastrukturen
‐ Metadaten und Datenkataloge

Räumliche Analysemethoden sind ein zentrales Alleinstellungsmerkmal Geographischer Informationssysteme. Dieses Kerngebiet der Geoinformatik zielt auf eine Übersetzung von Domänenproblemen auf Basis einer konzeptionellen Strukturierung hin zu analytischen Methoden und Werkzeugen der Geoinformatik ab. Dieses Modul führt in die wesentlichen Methoden und Techniken der Geographischen Analyse ein.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
‐ Horizontale Techniken (Nachbarschaftsanalyse, Distanzfunktionen, Filter, Interpolation, Diffusion)
‐ Vertikale multithematische Integration (Verschneidung, Bewertung, Multikriterien-Verfahren)
‐ Rasteranalyse und Map Algebra: lokale, fokale und zonale Operatoren
‐ Kostenoberflächen
‐ Geländeanalyse (Neigung, Exposition, Einstrahlung, Sichtbarkeit)
‐ Multivariate Klassifikation und Regionalisierung
‐ Grundlagen zur Bildung dynamischer Modelle und Simulation
‐ Routenoptimierung und Allokation in Netzwerken

Dieses Modul wiederholt und festigt grundlegende Konzepte und Techniken aus der a-räumlichen Statistik. Darauf aufbauend wird das Prinzip der räumlichen Autokorrelation als Grundlage für das Verständnis der Spezifika räumlicher Statistik vorgestellt und die wichtigsten Methoden der räumlichen Statistik besprochen.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
‐ Vergleich zwischen a-räumlicher Statistik und räumlicher Statistik
‐ Spezifika und Begriffe der räumlichen Statistik, insbesondere räumliche Autokorrelation und räumliche Streuungsmaße
‐ Point Pattern Analysis
‐ Geographisch gewichtete Regression
‐ Explorative räumliche Datenanalyse
‐ Deterministische Interpolation
‐ Probabilistische Interpolation (Geostatistik, Kriging)
‐ Validierung von Schätzresultaten

Da fast jeder der mit Geoinformatik zu tun hat, auch aktiv Karten gestaltet, sind Kenntnisse zur visuellen Kommunikation räumlicher Sachverhalte unerlässlich. Dieses Modul möchte dazu beitragen, dass Fachleute aus verschiedenen Bereichen besser mit dieser speziellen Form der Informationsaufbereitung umgehen und sich die Vorteile (karto-) graphischer Datenaufbereitung für ihre jeweiligen Aufgaben zu Nutze machen können. Spezifische Modulinhalte die sowohl im Kontext konventioneller wie auch digitaler Publikationsformen (Webmapping, Mobile Mapping) behandelt werden, sind:
‐ kartographische Anwendungsfelder und Paradigmen
‐ kartographischer Entwurfsprozess
‐ Generalisierung und Klassifikation
‐ Gestaltwahrnehmung und Visuelle Variablen
‐ Farbmodelle und Farbverwendung (u.a. Berücksichtigung von Farbsehschwäche)
‐ Signaturenentwicklung und Interaktion
‐ Typographie und Schrift auf Karten
‐ Kartogramme, Diagramme, Kartodiagramme
‐ Kartengestaltung und Layout
‐ Reproduktion und digitale Austauschformate
‐ 2.5D/3D-Visualisierung
‐ Web-Mapping Technologien und APIs
‐ Dynamische Visualisierung

Vertiefung Ihres Wissens in Spezialfächern und Einarbeitung in spezielle Themenbereiche.

UNIGIS bietet dafür einen Pool an optionalen Modulen an. Im Rahmen des Wahlpflichtfaches ist es zudem möglich, persönliche Schwerpunkte zu setzen und diese als „benanntes Wahlpflichtfach“ im Abschlusszeugnis zu vermerken. Voraussetzung ist die Absolvierung von mindestens 12 ECTS thematisch zusammenhängender Lerninhalte.

Diese Studienphase begleitet Sie durch Ihr gesamtes Studium und besteht aus den Präsenztagen am Standort Salzburg (je 2 Tage):

‐ 1. Studientage: Orientierung und Kennenlernen (zum Studienbeginn)
‐ 2. Studientage: Einblick in GI Praxis und Forschung (zum Ende des ersten Studienjahres)
‐ MT-Workshop: Präsentation und Besprechung zum Zwischenstand ihrer Master Thesis (gegen Ende des zweiten Studienjahres)

Davon abgesehen umfasst dieser Abschnitt auch ein Modul, das ihnen die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens näherbringen soll (Modul “Wissenschaftliches Arbeiten” 3ECTS), sowie die Abschließende wissenschaftliche Präsentation der Master Thesis.

Die schriftliche Abschlussarbeit (Master Thesis) dokumentiert die Fähigkeit des selbständigen wissenschaftlichen Arbeitens und kann in deutscher oder englischer Sprache abgefasst werden. In der Master Thesis sollen Studierende ein methodisches oder fachwissenschaftlich-angewandtes Problem nach wissenschaftlichen Kriterien einwandfrei bearbeiten, über die durchgeführte Forschungstätigkeit berichten, die Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand der betroffenen Fachbereiche einordnen und diese selbstständig bewerten. Die thematische Festlegung der Arbeit erfolgt in der Regel etwa zur Hälfte des Fernstudiums und wird im Rahmen der zweiten Studientage gemeinsam mit dem UNIGIS Team ausführlich behandelt. Eine zusätzliche Betreuung und Unterstützung durch externe, im jeweiligen Anwendungsbereich kompetente Fachleute, ist wünschenswert und jedenfalls zu empfehlen.

> UNIGIS Abschlussarbeiten

Noch detailliertere Information finden Sie im Studienplan (Offizielles Dokument der Universität Salzburg). Einen Blick in unsere Studienmaterialien erlaubt das UNIGIS Minimodul auf unserer Startseite.

Nächster Start:

2. März 2020
Einführende Studientage vom 20. – 21. Februar 2020 in Salzburg

Anmeldeschluss: 

15. Februar 2020