Der Lehrgang
auf einen Blick
Zielgruppe
Geoinformatik wird für all jene Aufgaben und Fragestellungen eingesetzt, in denen räumliche Aspekte eine wesentliche Rolle spielen. Als Querschnittstechnologie leistet GIS dabei unverzichtbare Dienste in einer Vielzahl von Fachdisziplinen – von „A“ wie Archäologie bis „Z“ wie Zoologie. Der Studiengang eignet sich für Neueinsteiger*innen ebenso wie für bestehende Anwender*innen, die an der Vertiefung von Kenntnissen und einem breiteren Blickwinkel interessiert sind.
Akademischer Abschluss
Abschlusszertifikat der Universität Salzburg. Absolvent*innen sind berechtigt die Berufsbezeichnung “Akademische*r Geoinformatiker*in” zu führen. Der Abschluss entspricht einer internationalen Einstufung (EQR) der Stufe 6.
Dauer
12 Monate, spätest möglicher Abschluss nach 18 Monaten. Wöchentliche Arbeitsbelastung ca. 12-15 Stunden (je nach Vorkenntnissen)
Starttermine
2 mal pro Jahr
(März und Oktober)
Kosten
Der Lehrgangsbeitrag beträgt € 7.300,- (Ratenzahlung in zwei Raten möglich). Bei Zahlung mit Kreditkarte fallen zusätzliche Gebühren an.
Anwesenheit vor Ort
Außer zu einem einführenden Workshop in Salzburg (Fr/Sa) ist keinerlei Anwesenheit erforderlich.
Gemeinsam durchs Studium
So kommt beim Studium trotz hoher Flexibilität auch der soziale Austausch nicht zu kurz.
Inhalte des
Studiums
Der Studiengang setzt sich aus sieben Kernmodulen (á 6 ECTS), sowie einem Wahlpflichtfach (18 ECTS) zusammen. Dies entspricht einem Gesamtumfang von 60 ECTS.
Dieses einführende Modul nimmt als erster Studienbaustein im Vergleich zu den darauf folgenden Studieninhalten eine Sonderstellung ein. Es soll vor allem Orientierung schaffen und die Arbeitsumgebung für die folgenden Module aufbereiten.Studierende werden dazu angeleitet, ihren persönlichen Arbeitsstil im Umgang mit den digitalen Studienmaterialien zu entwickeln. Neben diesen studienbezogenen Zielen werden folgende fachliche Inhalte geboten:
- Begriffswelt und funktionale Charakteristika Geographischer Informationssysteme
- Typische Anwendungen Geographischer Informationsverarbeitung
- Aktuelle Trends in der Geoinformatik
- Einführung in die (generative) KI
- Sicherer Umgang mit Koordinatensystemen und Projektionen in der praktischen GIS-Arbeit
- Praktische Einarbeitung ein eine professionelle GI-Software
Dieses Modul vermittelt einen profunden Überblick über gängige Datenstrukturen und -modelle Geographischer Informationssysteme. Es geht der zentralen Frage nach, wie die reale Welt um uns in all ihrer Komplexität eindeutig und verständlich in Datenmodellen und -strukturen abgebildet werden kann.
Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
- Grundlagen einer formalen Beschreibung räumlicher Phänomene und Beziehungen
- Raummodelle – Datenmodelle – Datenstrukturen
- Vektor-Datenmodelle und Topologie
- Zelleinteilungs-Modelle (Raster)
- Oberflächenmodelle (2.5 D)
- Multidimensionale Datenmodelle (3D, 4D)
- Semantische Datenmodelle & (Geo-)Knowledge Graphs
- OGC-Standards & Interoperabilität
- Standards (GML) und quasi Standards (GeoJSON) zur Strukturierung und Übermittlung räumlicher Daten
- Begleitende Einarbeitung in eine weitere professionelle GI-Software
Das dritte Modul wendet sich den praxisorientierten Aspekten des ‘Auffüllens’ von Datenstrukturen mit realer Information zu. Dabei schafft es eine Übersicht über die Vielfalt an Erfassungsmethoden von Geodaten mit dem Ziel Einblick in die Genese und damit verbunden die Nutzbarkeit räumlicher Daten für spezifische Einsatzszenarien zu erhalten. Einen wesentlichen Teil nehmen der Zugriff auf und die Nennung von wichtigen digitalen Ressourcen ein, sowie die Inwertsetzung von Geoinformation durch standardkonforme Dokumentation.
Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
- Identifikation erforderlicher Datengrundlagen aus der Anwendungs- und Nutzerperspektive
- Vermessung
- Globale Satellitennavigationssysteme (GNSS)
- Satellitengestützte Fernerkundung
- Bildanalyse
- Lufbildaufnahme (Flugzeug, UAV) und Photogrammetrie
- LiDAR
- Adressdaten und Geocodierung
- sekundäre Erfassungsmethoden: Digitalisieren, Scannen, Vektorisieren
- Datenzugriff, Schnittstellen und Formate
- Metadaten, Metadatenstandards und Datenqualität
- weltweite und nationale Geodatenquellen, Open Government Data
- Big Data
In diesem Modul werden die konzeptionellen Grundlagen von konventionellen Datenbanksystemen unter Bezugnahme auf praktische Beispiele erarbeitet, um sie im Anschluss auf Geo-Datenbanksysteme zu übertragen. Begleitende Übungen und Aufgaben werden in gebräuchlichen Open-source GeoDMBS umgesetzt.
Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
- Architektur von Datenbankmanagementsystemen (DBMS)
- DBMS Softwareumgebung
- GIS-Anwendungen mit Geo-DBMS
- Solide Grundlagen von SQL als universelles Sprachmittel zur Datendefinition, Datenkontrolle und Datenmanipulation
- Grundlagen von GeoDBMS
- Räumliche Abfragen in SQL
- Datenmodellierung
- Normalisierung
- Datenqualität
- (Räumliche) Indizierung
- Transaktionen
Dieses Modul bietet eine Einführung in die wichtigsten Grundlagen der GI-Anwendungsentwicklung. Dabei spannt es einen Bogen von den Grundkonzepten von Programmiersprachen, über das Erlernen einer speziellen Sprache (Python), weiter zu Entwicklungsumgebungen und Versionskontrollsystemen bis hin zu Methoden der Softwaretechnik.
Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
- Grundlagen der Programmierung
- Erlernen von Python
- Integrierte Entwicklungsumgebungen und Debugging
- Jupyter Notebooks und Markdown
- Versionskontrollsyteme
- Softwarebibliotheken und Paketverwaltung
- Konzepte und Methoden der Softwaretechnik
- Software-Architektur, UML und Design Patterns
- Testen, Evaluation und Software Refactoring
- KI in der Software-Entwicklung
Räumliche Analysemethoden sind ein zentrales Alleinstellungsmerkmal Geographischer Informationssysteme. Dieses Kerngebiet der Geoinformatik zielt auf eine Übersetzung von Domänenproblemen auf Basis einer konzeptionellen Strukturierung hin zu analytischen Methoden und Werkzeugen der Geoinformatik ab. Dieses Modul führt in die wesentlichen Methoden und Techniken der geographischen Analyse ein.
Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
- Wissen um Ansatz und Motivation räumlicher Analyse
- Map Algebra als Ordnungsschema, entsprechende Operatoren
- Räumliche Selektion und Aggregation, Regionalisierung
- Aggregatdaten, MAUP und ökologischer Fehlschluss
- Formen, Muster und deskriptive Maße
- Distanzskalen und -metriken, Anwendungen distanzbasierter Methoden
- Kostenoberflächen in Flächentransport- und Ausbreitungsanalysen
- Netzwerkanalyse
- Räumliche Interpolation
- Oberflächenanalyse (Neigung, Exposition, Einstrahlung, Sichtbarkeit, hydrologischer Abfluss)
- Multithematische Integration (Verschneidung, Bewertung, Multikriterien-Verfahren)
- Graphische Modellierung von Analyseabläufen
- Räumliche Simulation
Da fast jeder der mit Geoinformatik zu tun hat, auch aktiv Karten gestaltet, sind Kenntnisse zur visuellen Kommunikation räumlicher Sachverhalte unerlässlich. Dieses Modul möchte dazu beitragen, dass Fachleute aus verschiedenen Bereichen besser mit dieser speziellen Form der Informationsaufbereitung umgehen und sich die Vorteile (karto-) graphischer Datenaufbereitung für ihre jeweiligen Aufgaben zu Nutze machen können.
Spezifische Modulinhalte die sowohl im Kontext konventioneller wie auch digitaler Publikationsformen (Webmapping, Mobile Mapping) behandelt werden, sind:
- kartographischer Entwurfsprozess
- Generalisierung und Klassifikation
- Gestaltwahrnehmung und Visuelle Variablen
- Farbmodelle und Farbverwendung (u.a. Berücksichtigung von Farbsehschwäche)
- Signaturenentwicklung und Interaktion
- Typographie und Schrift auf Karten
- Kartogramme, Diagramme, Kartodiagramme
- Kartengestaltung und Layout
- Ausgabemedien und digitale Endgeräte
- 2.5D/3D-Visualisierung
- Web-Mapping Technologien und APIs
- Dynamische (Geo-)Visualisierung
- Kartenbasierte Dashboards
Vertiefung Ihres Wissens in Spezialfächern und Einarbeitung in spezielle Themenbereiche. Insgesamt müssen während des Studiums 18 ECTS im Studienplanpunkt „Wahlpflichtfach“ absolviert werden.
UNIGIS bietet für die Belegung des Wahlpflichtfachs eine umfangreiche Auswahl an optionalen Modulen an. Es können jedoch auch alternative Formen wie die Umsetzung eines GIS Projektes und dessen Dokumentation im Rahmen einer Projektarbeit gewählt werden.
UNIGIS
Demo-Modul
Ihre Spezialisierung
Studienstart
Zulassung, Anmeldung und Kosten
Termine
-
09/10
2026Studienstart UNIGIS professional
-
16/10
2026bis17/10
2026UNIGIS professional Einführungsworkshop in Salzburg
Zulassung
Voraussetzung für die Zulassung zum Universitätslehrgang „Geographische Informationssysteme (UNIGIS professional)“ sind das Vorliegen einer allgemeinen Universitätsreife (Matura, Abitur) für eine inländische Universität oder Fachhochschule. Über die Aufnahme zum Universitätslehrgang entscheidet die Lehrgangsleitung.
Eine mit Abs. 1 vergleichbare Qualifikation kann anerkannt werden und obliegt der Feststellung durch die Lehrgangsleitung. Voraussetzung dafür ist jedenfalls mehrjährige Berufspraxis im Bereich der Geoinformatik.
Der Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse kann von der Lehrgangsleitung verlangt werden.
Anmeldung
Überprüfen Sie, ob Sie die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Wenn Sie unsicher sind, helfen wir gerne.
Klären Sie finanzielle und zeitliche Rahmenbedingungen mit Ihrer Familie bzw. Ihrem sozialen Umfeld. Häufig wird ein UNIGIS Studium auch vom Arbeitgeber unterstützt.
Senden Sie den ausgefüllten Aufnahmeantrag samt Beilagen an das UNIGIS Lehrgangsbüro und halten Sie sich den Termin für den einführenden Workshop in Salzburg frei.
Kosten
Der Lehrgangsbeitrag beträgt € 7.300,-. Alternativ kann der Lehrgangsbeitrag in 2 Raten (1. Rate € 3.800,–, 2. Rate € 3.800,–) bezahlt werden. In diesen Gesamtkosten sind Nebengebühren (z. B. ÖH-Beitrag) an der Universität Salzburg für die gesamte Dauer des Lehrganges inkludiert. Bei Zahlung mit Kreditkarte fallen zusätzliche Gebühren an.
Aufnahmeantrag
Studienplan
Team
Kontakt
UNIGIS professional
Assoc. Prof. Dr. Gudrun Wallentin
Dr. Christoph Traun
Petra Stutz, MSc
Mag. Regina Hartheier-Stampfl
Mag. Tobias Flock, MA
Dipl. Ing. Marianne März
FAQ - Häufige Fragen
Häufige Fragen
Das hängt vom Einlangen der Anmeldungen anderer Interessenten ab. Da die maximale Teilnehmerzahl eines Studiengangs begrenzt ist, werden die Anmeldungen nach dem Eingangsdatum gereiht. Sollten Sie spät dran sein (1-2 Wochen vor Lehrgangsstart), können Sie gerne mit uns abklären, ob zum aktuellen Studiengangsstart noch Plätze zur Verfügung stehen.
Ein Treffen vor Ort ist bei UNIGIS professional nur einmalig zu Beginn vorgesehen. Zwar ist selbst die Teilnahme an diesem Treffen (Einführungsworkshop) nicht verpflichtend, sie wird aber stark empfohlen und von TeilnehmerInnen überwiegend als sehr wichtig bewertet. Für Prüfungen müssen Sie nicht anreisen, da die Leistungsfeststellung anhand schriftlich bearbeiteter Aufgaben erfolgt, die über unsere Lernplattform an den Lehrbeauftragten übermittelt werden.
Grundsätzlich entspricht es dem Charakter eines berufsbegleitenden Fernstudiums, auf wechselnde persönliche und berufliche Rahmenbedingungen flexibel reagieren zu können. Zeiten mit geringerem zeitlichem Spielraum sollten sie allerdings innerhalb einiger Wochen jeweils mit höherem Engagement ausgleichen können.
Die maximal zulässige Studiendauer von UNIGIS professional ist mit 18 Monaten sehr großzügig bemessen, so daß eine Überziehung darüber hinaus eine klare Ausnahme darstellt. Sollte die Studiendauer dennoch überschritten werden, kann auf Antrag des Studierenden eine kostenpflichtige Weiterführung der Betreuung mit der Studienleitung vereinbart werden. Die progressiv ansteigenden Kosten je begonnenem Überziehungsmonat richten sich dabei nach folgendem Schema, wobei die aktuelle Lehrgangsgebühr von UNIGIS professional als Basis dient:
1. & 2. Kalendermonat: je 2 % der aktuellen Lehrgangsgebühr
3. & 4. Kalendermonat: je 3 % der aktuellen Lehrgangsgebühr
ab dem 5. Kalendermonat: je 5 % der aktuellen Lehrgangsgebühr
Während eine leichte Überziehung der maximalen Studiengangsdauer also noch relativ günstig ist, werden z.B. bei Überziehung von 3 Monaten bereits 7% (2% + 2% + 3%) der Lehrgangsgebühr in Rechnung gestellt.
Ja, solange Sie die Zugangsvoraussetzungen für den MSc-Studiengang erfüllen. Der Abschluss des UNIGIS professional berechtigt nicht automatisch zur Zulassung zum UNIGIS MSc. Obwohl die Studiengänge unterschiedliche Zielsetzungen aufweisen, können im Rahmen eines universitären Anrechnungsverfahrens erbrachte Studienleistungen vorbehaltlich curricularer Änderungen auf den UNIGIS MSc Studiengang angerechnet werden. Dadurch verkürzt sich die Studienzeit des MSc auf 18 Monate und die Lehrgangsgebühr wird auf die zweite Rate der aktuell gültigen MSc-Studiengebühr reduziert.
Der Einstieg in den MSc Lehrgang findet idealerweise im Herbst statt, ist aber auch im Februar möglich.
Ja, Sie können im Rahmen des Studierenden- und Alumni Netzwerks „ClubUNIGIS“ von informellen Kontakten zu anderen AbsolventInnen profitieren und weiterhin optionale Module zu sehr günstigen Konditionen belegen.
