Duales Studium: Das Mittel gegen akademischen Arbeitskräftemangel?
Haben Sie gewusst, dass sich das duale Studium trotz stagnierender Studierendenzahlen wachsender Beliebtheit erfreut (deutschlandweit +50% Studierende in 10 Jahren)? Angetrieben wird die Entwicklung neuer dualer Studiengänge u.a. durch die Sorge der Unternehmen nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Der Studienplan des berufsbegleitenden UNIGIS-Studiums and der Universität Salzburg birgt die notwendige Flexibilität, um die Nachfrage nach maßgeschneiderten Studienangeboten im GI-Umfeld zu befriedigen.
Bildhintergrund: KI-generiert. Tool: Canva KI
Geschichte: Was steckt dahinter?
Vor inzwischen mehr als 10 Jahren ist mir bei einer Fahrt mit der Münchner U-Bahn erstmals klar geworden, dass ein beachtlicher Teil der Werbung im öffentlichen Raum auf die Anwerbung von Mitarbeiter:innen abzielt. Bleibenden Eindruck hinterließ bei mir ein Plakat mit einem Rätsel in Form eines JAVA-Codes, der bei genauerer Betrachtung Details zur Bewerbung bei Siemens offenbarte. Anscheinend hatte sich das Blatt gewendet. Der/die begehrte Studierende sucht nicht, sondern wird gesucht. Anders als ich es beispielsweise von meinem Studienort Salzburg gewohnt war, manifestierte sich hier der „Kampf um die besten Köpfe“ bereits im öffentlichen Raum.
An der LMU-München, an der ich zu dieser Zeit angestellt war, zeigte sich diese Entwicklung vor allem durch eine noch recht junge Studienform, die zunehmend an Popularität gewann: dem sogenannten „Dualen Studium“. Von Beginn an (seit 1982 im Bildungssystem Baden-Württembergs verankert) war die Schaffung dieser Studiengänge geprägt durch die Sorge der Unternehmen, dass ein Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften eintreten könnte [1], welcher schließlich ab den 2010er Jahren auch zunehmend eintrat.
Aber was macht ein duales Studium aus und warum handelt es sich dabei im Kern um eine arbeitspolitische Maßnahme? Abgesehen von der parallelen Berufstätigkeit der Studierenden, ist der eigentliche Unterschied im Vergleich zu einem „normalen Studium“, dass bei einem Dualen Studium ein Kooperationsvertrag zwischen Universität und Unternehmen geschlossen wird. Darin wird festgelegt, wie die Inhalte des Studiums gestaltet sind. Besonderes Augenmerk wird auf die Wünsche und Erfordernisse im Unternehmen gelegt.
Stellt sich die Frage: Was haben Arbeitnehmer / Studierende vom dualen Studium? Immerhin sitzen diese zunehmend am „längeren Hebel“.
Nachdem Studierende bereits während des Studiums im Unternehmen tätig sind und entsprechend bezahlt werden, sprechen Aspekte wie finanzielle Unabhängigkeit, praxisnahe Gestaltung des Unterrichts und frühe Einbindung ins Unternehmen für ein Duales Studium. Zudem fördert der Spagat zwischen Beruf und Studium oft die Einrichtung zeitlich und örtlich flexibler Lehrmethoden, was von dual Studierenden ebenfalls geschätzt wird.
Weniger Flexibilität ist hingegen hinsichtlich der Lehrinhalte im Studium zu erwarten. Inhaltliche Spielräume sind im Kooperationsvertrag fixiert.
Zahlen gefällig?
Dass insgesamt überwiegend die Vorteile wahrgenommen werden, belegen die Zahlen: Während die Studierendenzahlen in Deutschland aufgrund der Demographie seit einem Jahrzehnt auf hohem Niveau stagnieren (zwischen 2,6 und 2,9 Mio. Studierende bundesweit, [2]), gab es bei dualen Studien im Zeitraum von 2014 bis 2024 eine Steigerung um fast 50% ([3] [4]). Im Wintersemester 2023/24 waren damit bereits 141.733 Studierende in dualen Studien registriert [3]. Dies entsprach einem Anteil von 5% an allen Studierenden an deutschen Hochschulen, die Tendenz ist steigend.
Ähnliches gilt für die Entwicklung bei Kooperationsunternehmen. Die aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2022 zeigen, dass bereits über 56.852 Unternehmen Kooperationsverträge mit deutschen Hochschulen unterhalten [5].
Im Gegensatz zur Bundesrepublik ist das duale Studium in Österreich bislang wenig etabliert. Nichtsdestotrotz werden aktuell auch hier auf Rektorats- und Wirtschaftsvertreterebene die Rahmenbedingungen für zukünftige duale Studiengänge erarbeitet.
Geoinformatik dual studieren
Am Fachbereich Geoinformatik der Universität Salzburg wird mit den UNIGIS Studiengängen bereits seit Jahrzehnten auf eine enge Verzahnung von Arbeit und Studium gesetzt. Es bietet sich damit an bestehende Strukturen zur Etablierung dualer Studienangebote zu nutzen.
Aktuell sind abhängig vom UNIGIS-Studiengang bis zu 45% des Studienumfanges in einem breiten Spektrum möglicher GI-Themen frei wählbar. Dies ermöglicht es betrieblichen Ausbildungspartnern aus Bereichen wie Verkehr, Mobilität, Business und Location Intelligence oder der kommunalen Geodatenverarbeitung maßgeschneiderte Studieninhalte in Absprache mit der Studienleitung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gestalten.
Kontaktieren Sie uns unter UNIGIS.office@plus.ac.at. Wir beraten sie gerne zu unserem Angebot!
—[1] TarGroup Media GmbH (2025): Entwicklung des dualen Studiums in Deutschland – Geschichte und Statistik. [Online]. Verfügbar: https://www.wegweiser-duales-studium.de/infos/entwicklung-geschichte-statistik/ [Zugriff: 28. Mai 2025].[2] Statista GmbH (2025): Anzahl der Studierenden an Hochschulen in Deutschland in den Wintersemestern von 2002/2003 bis 2024/2025. [Online]. Verfügbar: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/221/umfrage/anzahl-der-studenten-an-deutschen-hochschulen/ [Zugriff: 28. Mai 2025].[3] Statista GmbH (2025): Duales Studium: Anzahl der Studierenden in Deutschland in den Jahren 2017/18 bis 2023/24. [Online]. Verfügbar: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1445222/umfrage/duales-studium-studierendenzahlen/ [Zugriff: 28. Mai 2025].[4] Statista GmbH (2025): Anzahl der dual Studierenden in Erstausbildung (Bachelor) in Deutschland von 2004 bis 2022. [Online]. Verfügbar: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1381331/umfrage/duales-studium-studierendenzahl-in-deutschland/ [Zugriff: 28. Mai 2025].[5] Statista GmbH (2025): Duales Studium: Anzahl der Kooperationsunternehmen in Deutschland von 2004 bis 2022. [Online]. Verfügbar: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1381326/umfrage/partnerunternehmen-fuer-duales-studium-in-deutschland/ [Zugriff: 28. Mai 2025].


